Der Bausachverständige

Da wir uns die letzten Monate bereits ausgiebig rund um das Thema Häuslebau informiert haben, haben wir auch einige Messen besucht. Das können wir nur jedem ans Herz legen. Neben zahlreichen Hausbaufirmen, waren auch viele Fachreferenten vor Ort. Unter Ihnen auch Fachleute vom Bauherrenschutzbund. Aufgrund der vielen Negativberichte über Pfusch am Bau die wir auf zahlreichen Baublogs gelesen haben, schien uns ein unabhängiger Bausachverständiger unausweichlich. Die Vorteile für Mitglieder im Bauherrenschutzbund klingen sehr attraktiv und wir haben uns reichlich Infomaterial mitgenommen.

Als wir das Grundstück reserviert haben war es höchste Eisenbahn, wir haben einen Mitgliedsantrag an den Bauherrenschutzbund geschickt. Dieser wurde umgehend bearbeitet und wir haben die Rückmeldung bekommen, dass der Architekt Herr Rühle unser Bausachverständiger wird. Jetzt musste ein Termin gefunden werden, da es wichtig ist vor der ersten Unterschrift alles prüfen zu lassen. Bei diesem ersten Gespräch hat Herr Rühle uns einiges über den Bauherrenschutzbund erzählt und mit uns ein erstes grobes Konzept erstellt, wie die Betreuung am Bau aussehen könnte. Es ist wie bei allem – wir müssen entscheiden was ist sinnvoll und was wollen wir ausgeben. Die genaue Anzahl der Besuche werden wir aber später erst festlegen. Für uns ist erstmal wichtig, dass wir einen Ansprechpartner haben der mit uns Unterlagen und Verträge prüft. Nach diesem ausführlichen Beratungsgespräch verlassen wir das Büro von Herrn Rühle mit dem Gefühl, dass wir gut vorbereitet sind. Jetzt freuen wir uns auf die anstehenden Hausbesichtigungen.

Das Kirschgarten Projekt – und wie alles anfing…

Anfang 2012 haben wir uns das erste Mal aktiv mit dem Gedanken auseinander gesetzt in eine größere Wohnung umzuziehen. 2 Leute, 2 Katzen, 2 Zimmer – auf Dauer einfach zu klein. Mehr Wohnraum muss her. Das Problem: Eine schöne und ausreichend große Wohnung in guter Lage hat in Berlin derzeit gefühlt 100 Bewerber und Mietpreise bei denen einem schwindelig wird.

Frage Bauherr an Bauherrin, wie wäre es eigentlich mit Bauen? Das wäre doch eine Option? Antwort Bauherrin: Wir bauen ein Häusle? Oh ja!

Bei der aktuellen Zinslage macht es einfach Sinn in Eigentum zu investieren. Die Preise für Eigentumswohnungen sind explodiert. Und Häuser sind doch eh viel cooler ;-) Aber in Berlin muss es sein. Aufgrund der Nachfrage nach Grundstücken sind die Preise zwar gestiegen, aber betrachten wir es realistisch – Grundstücke in der City wachsen nicht nach, die Preise werden vermutlich auch nicht wieder fallen. Und seien wir ehrlich, der Wert des Grundstücks ist beständig, man muss keine Angst vor Inflation haben.

In unserer Naivität war der Plan wie folgt: Häusle aussuchen, Grundstück suchen und Bauen. Wir waren ja so optimistisch… Also  wurden online hunderte von Prospekten zahlreicher Firmen bestellt, Messen besucht, Musterhäuser besichtigt und Pläne geschmiedet. Nach unserem Toskana Urlaub stand dann fest – es wird eine Stadtvilla. Wir dachten die schwerste Entscheidung würde jetzt die zwischen Massiv- und Fertighaus werden. Wie gesagt – naiv. Nachdem 4 Firmen in der engeren Auswahl waren, hielten wir es für an der Zeit uns ein Grundstück zu suchen. Bereits nach kurzem Suchen wurden unsere Preisvorstellungen ins rechte Licht gerückt. Für 160€ pro m² hatten wir die Auswahl zwischen Bahngleisen, Autobahn, Hauptstraße und im besten Fall Durchgangsgrundstücken. Zusätzlich wollten wir keine Massenbausiedlung und für uns stand fest: Wir sind zwei Berliner!

Das ein oder andere Grundstück das wir über Immobilienportale orten konnten sind wir am Wochenende angefahren. Leider nix dabei. Da unser Wunschgebiet Pankow (Nord-Osten Berlin) war, sind wir dort ein wenig durch die Straßen gefahren. Man könnte ja Glück haben… Dabei sind wir auf ein wunderschönes Grundstück in Französisch Buchholz mit Südausrichtung und in gewachsener Lage gestoßen. Das Ganze auch noch nahe an der City und mit super Verkehrsanbindung. Aber Bauträgerbindung! Wer will denn so was? Nachdem wir zwei Wochen lang dem Grundstück hinterher getrauert haben, sind wir wieder auf Erkundungstour. Das Thema diesmal: Zwangsversteigerungen. Nix Brauchbares dabei – aber auf einmal stand es vor uns. Ein Stadtvillen-Rohbau… und toll sah er aus. Wir haben kurzer Hand angehalten und wie es das Schicksal will – da waren Leute auf der Baustelle. Nachdem wir einen Moment lang zögernd vor dem Haus gestanden haben kam uns auch schon ein Projektleiter bei der Baufirma entgegen. Ob wir denn einen Termin hätten? Hatten wir nicht, aber Interesse. Und weil der Herr genauso flexibel war wie wir, haben wir kurzerhand eine Führung durch den Rohbau bekommen. Dabei konnten wir die dortigen Bauherren auch gleich nach ihren Erfahrungen befragen. Das Feedback war recht positiv. Leider nicht so die Aussage zu den meisten Grundstücken in dieser Ecke, dort kann oft nicht zweigeschossig gebaut werden. Keine Stadtvilla! So ein Pech können wir doch gar nicht haben… Aber da kam auch schon die rettende Alternative – es gibt ein kleines Stadtvillen-Baugebiet am Kirschgarten, wo wohl noch Grundstücke frei sind. Spontan haben wir eine Besichtigung unternommen und es war… Liebe auf den ersten Blick. Ein echtes Sahnestückchen aus unserer Sicht. Mit 200 € pro m² und einer Größe von 606m² zwar ein gutes Stück über dem geplanten Budget, aber es hat einfach alles gepasst! Lage, Ausrichtung, Größe, Nachbarschaft, keine störenden Bäume, dahinter ein kleiner Bach – einfach perfekt!

Weil wir so einen positiven Eindruck hatten sind wir weiter in das Büro der Baufirma gefahren. Im nächsten Schritt haben wir uns darum gekümmert das Grundstück zu reservieren. Für die Woche danach standen ein ausführliches Finanzierungsgespräch mit einer unabhängigen Finanzierungsberaterin und ein Gespräch mit dem Architekten auf dem Plan. Beides verlief sehr vielversprechend und wir sind zuversichtlich – die könnten unser Häusle bauen!